Fantasy-Projekt

 

Drei kleine goldene Bücher

 

Viele Jahre irrte Dwarin auf dem schmalen Grat zwischen dem Licht und der Dunkelheit umher, wankte erst zur einen, dann zur anderen Seite. Verlockend war die schier unermessliche Macht der dunklen Seite, und er verfiel ihr, für lange Zeit.
Aber schon bald spürte er die Folgen. Die Eiseskälte der dunklen Macht, unbedingten Gehorsam von ihm verlangend, begann sein Herz zu erhärten, nahm ihm seinen Willen und beraubte ihn seiner Gedanken. Zweifel befielen ihn. Um die Wahrheit zu finden, begab er sich in die Vergangenheit. Vieles auf dieser Reise entpuppte sich als Lüge. Lange Zeit waren er und die Welt betrogen worden. Erst das Ende eines Zwergenvolkes öffnete ihm die Augen.
Dwarin kehrte zurück auf den Pfad des Lichts und machte sich, begleitet von Gefährten, deren Schicksale eng mit dem seinem verbunden waren, auf die Suche nach dem letzten verschollenen Geheimnis des Lichts.

 

Leseprobe:

 

... Einzig dieser Gedanke hielt ihn noch am Leben. Raddock zog den Speer durch sich hindurch und kroch, das Schwert dicht an sich haltend, in das nahe Gestrüpp. Dort stieß er es bis zum Heft in den Boden. Schwer atmend drehte er sich auf den Rücken und sah seine tapferen Recken fallen, während Windvater die Wolken vor die Sonne schob.
„Vorbei ist die Schlacht. Wir sind geschlagen. Wer kann nun diese Welt noch retten?“, dachte Raddock. Ihm schwanden die Sinne, Blässe überzog sein Gesicht und während der Nebel des ewigen Schlafes sich über seine Augen zu legen begann, sah er ihn vor sich, den Grohl, den Fürsten der Dunkelheit, und neben ihm eine kleine Gestalt die hämisch grinsend auf ihn herab schaute.
„Jurin! Du lebst noch! Du ekliger Abschaum! Hast dich ihm also angeschlossen, du Verräter!“, keuchte Raddock.
„Wie du siehst erfreue ich mich bester Gesundheit", giftete Jurin und beugte sich zu dem Schmied herunter.
„Erleichtere dich. Wo ist mein Sohn? Ich hätte ihm gern selbst den Kopf abgeschlagen. Wo ist das Schwert? Ihr habt es doch erschaffen, oder?“,flüsterte er lauernd auf die Antwort.
Raddock spürte den Knauf des Schwertes in seinem Rücken, fühlte, wie dieser sich in seine Wunde schob. Ein spöttisches Lächeln huschte über seine Lippen.
„Dein Sohn ist tot. In Ehren ist er gestorben für unser Volk. Und selbst wenn ich mir mit der Antwort das Leben erkaufen könnte, nie und nimmer würde ich dir verraten, wo sich das Schwert befindet!“, keuchte Raddock, und sein Blut lief ihm über die Lippen. Die Gestalt des Grohl warf ihren Schatten auf den Schmied und er blickte in das Gesicht des dunklen Herrschers.
„Sehen können ihn nur die Sterbenden. Welche Macht, welcher Ekel!“, dachte Raddock und schloss seine Augen für immer ...

 

Home

zum Autor

Veröffentlichung.

Lesungen

Veranstaltungen

Projekte

3 kleine goldene Bücher

Kurzgeschichten

Ungereimtes

Karl Eduard

Gästebuch

Links

Impressum

 

 Counter

www.Klaus-D-Klimke.de